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Das Leben ist ein Fluß - Über das Loslassen

Heute morgen ging es mir so richtig schlecht. Der Schnupfen war wieder stark zu spüren und ich fühlte mich verlassen, "keiner und vor allem keine liebt mich!".

Irgendwas rief mich nach draußen in die Natur. Ich ging spazieren, sang ein wenig, und hörte ich eine Stimme in mir "Komm, ich hab ein Geschenk für Dich, Dir leichter zu machen, anderen Menschen Liebe zu schenken". Ich fand schnell heraus, wer mich rief. Eine BaumIn, mit der ich in tiefer Liebe verbunden bin und mit der ich schon Vieles erlebt habe und der ich auch einmal beim Gesundwerden helfen durfte.

Ich spürte ein Zögern, als ob mich da etwas erwarte, von dem ich nichts wissen möchte. Und doch ging ich hin. Ich umarmte die BaumIn und ein Gefühl tiefen Glücks und tiefer Liebe durchströmte mich. Ich wurde wieder traurig, und die BaumIn bat mich, einfach alle Gefühle fließen zu lassen, es alles loszulassen, es geschehen zu lassen, es gesund werden zu lassen. Wir haben uns lange umarmt und als ich wieder ging, war der Schnupfen wieder da.

Wie es meine Gewohnheit ist, wollte ich einfach die Nase hochziehen, den ganzen Rotz in mich hineinfressen. Doch ich hörte die Stimme der BaumIn in mir: "Laß es los! Es möchte raus, laß es nach draußen kommen!". Ich schneuzte so richtig und wischte mir die Rotze einfach mit den Fingern ab und schmierte sie dann ins Gras. Ich fragte das Gras und es hatte kein Problem damit.

Noch nicht vor allzulanger Zeit wäre mir das viel zu eklig gewesen. Und vielleicht geht es einigen Lesern dieses Textes auch so. Wem es so geht, der lasse doch bitte diesen Text wieder los und lese etwas anderes.

Und mit einem Mal wurde mit bewußt, warum der Schnupfen trotz Rohkost so schwer ausheilte. Ich hatte ihn gar nicht loslassen können. Ich habe ihn in mir festgehalten, wie ich so vieles und so viele festgehalten habe. Das Loslassen ist schon lange ein schwieriges Thema für mich.

Und wieder diese Stimme, "Laß auch die Frau los, die Du liebst! Laß Deine Gedanken an sie los, lasse sie einfach fließen. Laß Deine Liebe zu ihr los. Sie ist nicht weg, nur weil Du sie losläßt, aber wenn Du sie festhältst, machst Du jede positive Veränderung Deiner Beziehung zu ihr unmöglich. Sie möchte frei sein. Was Du festhältst, kann sich nicht wirklich verändern. So lasse auch Deine Beziehung zu ihr los, lasse sie sich frei weiterentwickeln.". Mir ist seit der Schwitzhütte im letzten Jahr die Wichtigkeit des Loslassens bewußt geworden. Aber jetzt ist diese Bewußtheit noch viel stärker geworden.

Ich dachte schon letztes Jahr, dieses Thema sei weitgehend erledigt. Weit gefehlt. Ich muß noch viel üben. Ich werde mit meinem Schnupfen und meiner Nase üben. Ich werde Entgiftungskrisen, Gesundwerdkrisen loslassen, damit sie geschehen können. Und ich werde mit Menschen üben, die mir viel bedeuten.

Das Leben ist ein ständiges Fließen, doch wie allzugerne hielt ich etwas fest, das schon vorbei geflossen ist. Aber die Zeit ist nicht linear, etwas Verflossenes ist nicht weg. Und es verschwindet auch nicht, wenn ich es loslasse.

Körperlich ist das Problem ähnlich. Ich hatte eigentlich immer relativ wenig Probleme, viel zu essen, viel Nahrung und nun Lebens-Mittel in mich hinein zu lassen. Aber das, was der Körper wieder herauslassen wollte, das hielt ich oft fest.

Ich denke, dieses Problem haben viele Menschen. Das Sich-den-Magen-voll-stopfen gehört schon fast zum guten Ton. Nein, natürlich werde ich mir keine Beschränkungen auferlegen und immer so viel essen, wie ich Hunger habe. Aber ich möchte mir auch genauer anschauen, ist das immer der Hunger nach Lebens-Mitteln? Ja vielleicht, aber Obst, Gemüse, Wildkräuter, Wurzeln, Samen und Ölfrüchte sind nicht die einzigen Lebens-Mittel. Liebe ist auch ein Lebens-Mittel, ein ganz Wichtiges sogar - und Luft und Bewegung und Sonne.

Erfaßte mich wieder die Panik, vielleicht niemals eine Frau zu finden, der ich Liebe schenken und von der ich Liebe empfangen kann, so bin ich nun wieder etwas ruhiger geworden, auch wenn ich es manchmal nur schwer ertragen, immer noch keine Freundin gefunden zu haben. Und auch mein Schnupfen, das Niesen und der Husten ist ruhiger geworden. Denn zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren ließ ich das Niesen seinen Zweck erfüllen.

Die Nase ist doch auch so gebaut, und das Niesen funktioniert auch nur in eine Richtung, es erzeugt einen Orkan in der Nase, die Luft strömt von innen nach außen, nicht von außen nach innen. Und das sagt ja auch deutlich, wohin der ganze Rotz gehen soll.

Es hat mich immer geekelt, wenn ich Jugendliche sah, die einfach so ausspuckten. Auch das habe ich jetzt gemacht. Manchmal geht ein Niesen durch die Nase, aber auch durch den Mund, vielleicht nennt man es dann anders. Wie auch immer, ich konnte ausspucken, ohne mich davor zu ekeln. Das ist doch alles nur etwas, was mein Körper macht, und was mein Körper macht ist immer gut. Wann werde ich das endlich wieder vollständig begriffen haben? Mein Körper ist nicht eklig und nichts von dem, was mein Körper erzeugt, ist eklig.

Bei meiner Gesundwerdkrise mit den vielen roten Flecken auf der Haut - die schon längst wieder vorrüber ist - konnte ich schon recht gut loslassen. Ich bin nicht zum Arzt gegangen, das mache ich eh nicht mehr. Aber ich habe auch nicht einmal mehr Fieber gemessen. Ich denke, ich hatte Fieber, aber es war mir egal. Denn was ist am Fieber schon unnormal, wenn der Körper es macht, um gesund zu werden? Es ist völliger Quatsch den Körper in ein paar Zahlenwerte zu quetschen und dann eine riesengroße Aufregung und Angst zu spüren, wenn mal ein Zahlenwert nicht mit dem angeblich idealen Zahlenwert übereinstimmt. Ich bin so froh, auf diese falsche Panikmache nicht mehr hereinzufallen.

Ich habe immer mal wieder überlegt, ob ich mich auf Mangelerscheinungen untersuchen lassen sollte. Papperlapapp, völliger Schwachsinn, den woher stammen die Werte, mit denen meine Werte dann verglichen werden? Und an was soll es mir mit wildkräuter-reicher Rohkost schon fehlen? Gehen Tiere alle paar Jahre zum Arzt, um sich auf Mangelerscheinungen untersuchen zu lassen?

Aber nun nur noch ein Schlußwort: Ich kann einen Menschen nur dann immer wieder umarmen, wenn ich bereit bin immer wieder loszulassen. Und wenn ich nicht auch mal von jemanden weg gehe, kann ich auch nicht wieder auf ihn zu gehen. Nur der Schnupfen wird, wenn ich ihn loslasse, irgendwann nicht mehr wieder kommen.


Kontakt - Stand: 12.6.1999 - Eingerichtet: 12.6.1999
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